Plättig

Bewertung
Absicherung
Gruppentauglich
Ausrichtung
O, S, W
Erreichbarkeit
Geht so, mit dem Bus ab Baden-Baden
Routen
Grad III IV V VI VII VIII IX
Anzahl 3 2 8 11 7 5 1

Charakter

Alle Haken an der Kapellenwand zerstört.

Hier hat sich leider noch keine Änderung ergeben. Wir sind im Gespräch.

 

In 750 Metern Höhe bieten die Felsen auch an heißen Sommertagen Klettergenuß im Granit. Im Herbst, wenn im Tal der Nebel hängt, wärmt die Sonne die Felsen und die Finger der Kletterer.

Der Falkenfelsen mit seiner beeindruckenden Südwand, auf dem Gipfel steht die Herta Hütte, ist ein gern besuchter Aussichtspunkt. Fraglich ist, ob er die höchste Stelle im Gebiet ist. Denn östlich von ihm gibt es noch einen Felsriegel Richtung Schwarzwaldhochstraße. Über dessen Kamm verläuft ein schon fast als alpin zu bezeichnender Weg.

Anfahrt

Mit dem Auto:

Von Baden-Baden oder Bühl zur Schwarzwaldhochstraße und dort bis zum (Oberen) Plättig. Dort gibt es einen großen Parkplatz. (Siehe auch die Übersichtskarte.)

Mit dem Bus

Die Buslinie 245, die am Bahnhof in Baden-Baden beginnt, gehört noch zum Karlsruher Verkehrsverbund. Man fährt bis zur Haltestelle Plättig. Fahrpläne: Karlsruher Verkehrsverbund.


Jungmann-Kimmes-Türme und Falkenfelsen. Vom Parkplatz bzw. der Bushaltstelle folgt man den Wegweisern Richtung Herta-Hütte. Die beiden Türme stehen unmittelbar unterhalb des Wegs. Die Einstiege an der Falkenwand erreicht man auf naturnah markiertem Pfad durch den Wald zwischen den Türmen und dem Falkenfels. Das Abseilen vom Aussichtspunkt ist verboten! Das Betreten der Zone westlich des Falkenfelsens ist aus Artenschutzgründen (Schlingnatter) ebenfalls verboten.

Kapellenwand. Vom Parkplatz bzw. der Haltestelle folgt man einem Weg der unterhalb (südlich) der Kapelle nach unten führt. Der Fels ist nicht zu verfehlen, zu beachten wäre nur, dass er eben nicht unterhalb der Kapelle liegt. (Amtlich heißt er übrigens Eulenstein.)

Klettern

Kapellenfels

Hier gibt es 10 Routen mit einer Schwierigkeit von III bis VII-. Vorsicht: Der Granit ist etwas brüchig.Teilweise sind die Haken saniert.

Derzeit kann das Klettern dort nicht empfohlen werden. Alle Haken sind zerstört. Siehe auch Aktuelles.

Jungmann-Kimmes- und KGB-Turm

Beide Türme stehen dicht beieinander. Der Jungmann-Kimmes-Turm ist der nördliche und KGB-Turm der südliche der beiden.

KGB-Turm: Ostriß (Normalweg, V+/IV+A0), Südwand (VI+) Südwandrisse (VI-), Frankensteins Abendquergang (VII) Jungmann-Kimmes-Turm: Normalweg (III+), DAV-Weg (VI), Doppelrisse (V+), DAV-Dach (VIII/V+A0)

Keile oder Friends sind zur besseren Absicherung hilfreich.

Die Haken an den Türmen wurden 2016 saniert.

Falkenwand (Falkenfels)

Auf dem Gipfel der etwa 40 Meter hohen Wand befindet sich ein Aussichtspunkt und eine Unterstandshütte. Das Abseilen von dort ist nach der Sanierung nicht mehr erlaubt, vielmehr sollen die neu angebrachten Umlenker verwendet werden. Der Zugang erfolgt auf schwach erkennbarem Pfad zwischen Türmen und Falkenfelsen.

ACHTUNG: Aus Naturschutzgründen wurden einige Routen aufgegeben bzw. abgebaut: Eremitenpfad, Einstieg Mailänderquerung, Tecno, Graf Porno. Diese Routen können/dürfen nicht mehr beklettert werden

Alte Falkenwand (VII-/V+A0) mit einer großartigen Dachunterquerung, Schließlervariante (IX/V+A0) zur alten Falkenwand, Falkenriß (VII+)

Auch hier kann man die Absicherung mit Hilfe von Friends oder Keilen noch verbessern.

Die Haken am Falkenfelsen wurden 2016 saniert.

Kletterregelung

Falkenwand und Jungmann-Kimmes-Türme. Wegen des in der Nähe wohnhaften Wanderfalken ist das Klettern an der Falkenwand, dem Jungmann-Kimmes- und dem KGB-Turm nur vom 1. Aug. bis 31. Dez. erlaubt. Nur die in den Führern angegebenen Routen dürfen begangen werden.
ACHTUNG: Aus Naturschutzgründen wurden einige Routen aufgegeben bzw. abgebaut: Eremitenpfad, Einstieg Mailänderquerung, Tecno, Graf Porno. Diese Routen können/dürfen nicht mehr beklettert werden

Kletterregelung ab 1.8. 2017:

Die Neuerungen beziehen sich ausschließlich auf den Falkenfelsen!

1. Die Routen Eremitenpfad und Graf Porno dürfen aus Naturschutzgründen nicht mehr beklettert werden.
Die Route Tecno wurde abgebaut.
Die Route Eiertanz und die Route Mailändervariante wurden gekürzt.

2. Es darf nicht mehr oben ausgestiegen werden, es sollen die neuen Umlenker verwendet werden.

3. Die Zone westlich des Felsens ist aus Natur- und Artenschutzgründen gesperrt und darf nicht betreten werden. Der Zustieg zum Fuß des Falkenfelsens erfolgt östlich des Felsens. (DAV Schilder x und Pfeil).

4. Es darf nicht vom Felskopf abgeseilt werden.

5. Die Sperrung 1.1. bis 31.7. bleibt erhalten.

Kapellenwand. Der Bereich, in dem geklettert werden darf, ist durch die Routen Bohrturm (links) und Stahlkante (rechts) begrenzt.

Neutouren sind nur nach Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde möglich. Abstimmung mit dem Arbeitskreis Nordschwarzwald erwünscht.

Geschichte

Der Name „KGB-Turm“ (der südliche der beiden Türme) erinnert an die Klettergilde Battert. Aus diesem Kreis kamen auch die Erstbesteiger Paul Steger, Hans Moldenhauer und Fred Gaiser. (Das bekannteste Mitglied der Klettergilde Battert dürfte wohl Walter Stößer sein.) 1932 wurde dieser Turm durch den Ostriß erstmalig bestiegen. Im gleichen Jahr wurden auch dessen Südwandrisse von einer Karlsruher Seilschaft begangen.

Der Name des anderen Turms erinnert an die beiden Bergsteiger Jungmann und Kimmes, die an der Schleierkante der Cima della Madonna ums Leben kamen.

Die Falkenwand wurde 1940 von Helmut Blaß, Hans Riemer und Willi Ruh erstmals durchstiegen. Später fand dann Martin Schließler die nach ihm benannte Variante, die wohl der erste Weg über den gewaltigen Dachüberhang sein dürfte.

Die Kapellenwand, so wie wir sie heute kennen, wurde Ende der 80er Jahre erschlossen.

Bühlertäler Kletterer (vor allem Willi Ruh – über allen Gipfeln ist Ruh) haben die Felsen im ganzen Gebiet dort aufgesucht. Doch in der ersten Hälfte der 90er Jahre kannten nur noch wenige die Routen am Brocken-, am Forlen- oder Bärenfels. Als nach Inkrafttreten des Biotopschutzgesetzes das Klettern beantragt werden musste, dachte niemand mehr an diese Felsen. Damals drohte auch ein vollständiges Kletterverbot am Falkenfelsen und den beiden Türmen. Es konnte durch eine Eingabe des Landesverbands Baden-Württemberg des DAV beim Landtag abgewehrt werden.