Eulenfelsen

Bewertung
Absicherung
Gruppentauglich
Ausrichtung
S, O
Erreichbarkeit
Sehr gut mit der Murgtalbahn.
Routen
Grad III IV V VI VII VIII IX
Anzahl 0 2 1 8 3 0 0

Gegenüber von Gausbach verstecken sich auf der linken Seite der Murg einige Felsen im Wald. Die heute bekannten Routen wurden in den Jahren 1980 bis 1990 entdeckt (teilweise wiederentdeckt). Dabei beschränkte man sich auf die Absicherung mit Hilfe von Keilen und teilweise auch mit Friends.

Immerhin gibt es drei Routen im Schwierigkeitsgrad bis V, sodass sich auch diejenigen, die das erste Mal mit mobilen Sicherungsgeräten unterwegs sind, keine Todesängste ausstehen müssen.

Zu Klettern gibt es hauptsächlich Risse in rauhem Granit. Die Schwierigkeit der 18 Routen liegt zwischen IV und VII.

Die Felsen liegen teilweise unmittelbar über einem Fußweg. Bitte also Vorsicht beim Klettern und keinen Steinschlag auslösen.

Anfahrt

Mit der Bahn

Mit der Murgtalbahn (S-Bahn-Linien 31 und 41) bis Forbach. Vom Bahnhof aus über die Murg, danach gleich rechts in die Friedrichstraße und wenn man Eulenfelsstraße liest, ist man nicht verkehrt. An deren Ende (Parkplatz) beginnt ein Fußweg, der zu den Felsen geht. Fahrpläne: Karlsruher Verkehrsverbund

Mit dem Auto

Auf der Murgtal-Bundesstraße bis Forbach. An der Brücke in die Friedrichstraße einbiegen (es geht dort Richtung Baden-Baden) und anschließend in die Eulenfelsstraße, die an einem Parkplatz endet.

Zugang

Bankturm, Murgmassiv und Hexenwand erreicht man, wenn man den Weg unten an der Murg verfolgt.

Auf dem Weg zum Eulenturm und dem Hüttenmassiv benutzt man zuerst einen Weg, der kurz nach dem Parkplatz links abzweigt. Den Wandfuß des Eulenturms erreicht man, wenn man kurz vor dem Turm durch den Wald absteigt. Vorsicht keine Steine lostreten, unten befindet sich ein Weg. Zu den Einstiegen beim Hüttenmassiv kommt man, wenn man hinter dem Pavillon durch den Wald absteigt.

An den Felsen müssen alle Routen selbst abgesichert werden. Zudem sind sie, bis auf drei deren Schwierigkeitsgrad V nicht überschreitet, recht anspruchsvoll.

Sollte man in diesem Gebiet nicht auch Zwischensicherung bohren wie etwa auf der anderen Seite der Murg am Straßenwandl?

Ein Argument dagegen ist, dass wir eigentlich imstande sein sollten, die Routen genauso zu begehen, wie die Erschließer. Die haben sich mit Keilen (Friends waren damals noch nicht so verbreitet – übrigens sind sie in den letzten dreißig Jahren erheblich verbessert worden) begnügt und waren weder lebensmüde Todessehnsüchtige noch legten sie es darauf an, eine Klettersaison im Krankenhaus zu verbringen.

Kletterregelung

Das Klettern ist an den einzelnen Türmen im Bereich der folgenden Routen erlaubt.

Bankturm

Zwiwwelkuchefescht–Nadelriß

Eulenturm

Stalaktittenpfeiler–Zauberriß

Hüttenmassiv

Wackelpudding–Doch kei Trepp

Murgmassiv

Mut zur Lücke–Mein Freund der Baum

Hexenwand

Hexenverschneidung–Koboldverschneidung

unbenannter Turm

Feuerriß (Hier gibt es nur eine Route.)

Neutouren sind nur nach Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde zulässig. Abstimmung mit dem Arbeitskreis Nordschwarzwald erwünscht.

Geschichte

Wie häufig im nördlichen Schwarzwald und wie es hier schon oft zu lesen war: Die Felsen wurden in den 50er Jahren entdeckt (die alten geschlagenen Haken dürften noch aus dieser Zeit stammen) und gerieten dann in Vergessenheit. In den Jahren von 1980 bis 1990 wurden die alten Routen wieder aufgesucht und neue erschlossen. Zufall ist es nicht, dass das in diesem Jahrzehnt geschah. Etwa 1980 verdrängte der Kletterschuh, so wie wir ihn heute kennen, den damals zum Klettern benutzten (Universal-)Bergschuh. Die damit mögliche Leistungssteigerung mag dazu geführt haben, dass Linien, deren Schwierigkeit man jetzt gewachsen waren, endlich begangen wurden oder dass neue gesucht wurden.

Ebenfalls etwa 1980 setzte sich die freie Kletterei, bei der die Haken nicht zur Fortbewegung benutzt wurden, wieder durch. Mit Klemmkeilen und Friends war man bereits vertraut. Wenn dann Battertkletterer, die eh nicht von vielen Haken versöhnt sind, unter diesen Voraussetzungen ein Gebiet neu oder wieder erschließen, so ist es nicht außergewöhnlich, wenn das Ergebnis ein „Clean-Climbing“-Gebiet ist.