Erschliessungsgeschichte

Ungefähr 1885 entdeckte Wilhelm Paulcke, der später wegen seiner Lawinenforschung und seiner Durchquerung des Berner Oberlands mit Skiern bekannt wurde, die ersten Kletterrouten am Battert. Die übrigen Felsen im nördlichen Schwarzwald wurden erst viele Jahre später für das Klettern entdeckt. 1942 wurde der Südstädter Weg an den Lautenfelsen erstmals begangen. (Rudolf Krah hat ein Bild, das die damals benutzen technischen Hilfsmittel zeigt, gezeichnet.)

An den Felsen in Bad Herrenalb wurde erstmals 1945 geklettert. (Zumindest stammen aus diesem Jahr die ersten schriftlichen Aufzeichnungen.)

Am Plättig erinnert der Name „KGB-Turm“ nicht an den russischen Geheimdienst sondern an die legendäre Klettergilde Battert. Aus diesem Kreis kamen auch die Erstbesteiger Paul Steger, Hans Moldenhauer und Fred Gaiser. (Das bekannteste Mitglied der Klettergilde Battert dürfte wohl Walter Stößer sein.) 1932 wurde der dieser Turm durch den Ostriß erstmalig bestiegen. Im gleichen Jahr wurden auch die Südwandrisse erstmalig von einer Karlsruher Seilschaft begangen.

Der Name des anderen Turms erinnert an die beiden Bergsteiger Jungmann und Kimmes, die an der Schleierkante der Cima della Madonna ums Leben kamen.

Die Falkenwand wurde 1940 von Helmut Blaß, Hans Riemer und Willi Ruh erstmals begangen. Später fand dann Martin Schließler die nach ihm benannte Variante, die wohl der erste Weg über den gewaltigen Dachüberhang sein dürfte.

An den Eulenfelsen wurde wohl schon in den 50er Jahren geklettert. Dann wurden sie fast vergessen, bis etwa Anfang der 80er Jahre die erste Clean-Climbing-Erschließung erfolgte, die dann etwa 1989 ihren abschließenden Höhepunkt hatte.

Nachdem Mitte der 80er Jahre der Autoverkehr über die neue Murgtalbundesstraße rollen konnte, haben Kletterer die Felswand entdeckt, die durch Sprengarbeiten beim Bau der alten entstanden war. Sie nannten sie Gausbacher Straßenwandl und erschlossen dort Ende der der 80er und Anfang der 90er Jahre die heute bekannten 37 Routen.

Literatur

Nico Mailänder

Granitfelsen unter grünem Teppich. Berge Nr.19. Juni 1986 S. 20–22

Willi Ruh

Lohnende Felsfahrten im Bühler Höhengebiet. Mitteilungen des DAV – Jugend am Berg. Heft 2. 1970. S. 70.