Klettergebiet Nordschwarzwald > Battert > Erschließungsgeschichte 

Erschließungsgeschichte

Etwa 1885 entdeckte Wilhelm Paulcke – später wurde er berühmt wegen seiner Lawinenforschung und der ersten Durchquerung des Berner Oberlands mit Skiern – die ersten Kletterrouten am Battert. Kuhkamin und Marterkamin sind einige der wichtigsten, in dieser Zeit erstmals begangenen Klettereien. Der Bockgrat wurde 1905 von einem Alleingänger erstbegangen. Die zweite Begehung dieser Route geschah erst 1925. In diesem Jahr tauchte auch Walter Stößer am Battert auf. Er entdeckte den Alten Pforzheimer Weg (IV+), aber die Route darf nicht unterschätzt werden: Am Ausstieg wartet ein Hangelquergang. Auch der Neue Pforzheimer Weg (VI) und die Wespenkante sind Routen von Walter Stößer. Eine der ersten Kletterreien, die Martin Schliessler entdeckte, war die Neue Falkenwand (1945). Die Südostverschneidung, die er zusammen mit Kurt Jägel erstmals kletterte, wird heute als VII– eingestuft.) Reinhard Karl schreibt in seinem Buch „Zeit zum Atmen“, er habe am Battert das Klettern gelernt. Zusammen mit Hermann Kühn beging er die Kühnkante (VI+). In den letzen 20 Jahren wurden eine Reihe von Routen der Schwierigkeit VII und mehr entdeckt, aber auch schöne Klettereien in den unteren Schwierigkeitsgraden.

 

Literatur

100 Jahre Klettern am Battert:

Vier Generationen. Berge Nr.19. Juni 1986 S. 54–55

Andreas Dick

Felstürme überm Casino. Alpin Nr. 9. 1990. S. 34–37

Alex Wenner

Badische Gipfelwelt. Klettern. November 2006

Wie die Schreckkante zu ihrem Namen kam

Nach 1945 waren für die Karlsruher die Felsen unerreichbar. Die Grenze zwischen der französischen und der amerikanischen Besatzungszone konnte nicht überquert werden. Jedenfalls nicht legal.

Aber klettern wollte man. Also schlich man sich heimlich, bei der Nacht über die Grenze. So war es auch an einem Samstagabend, als eine Gruppe von Kletterern am Battert biwakierte. Plötzlich kam jemand. Französische Militärpolizei? Mit der war nicht zu spaßen. Ein Riesenschreck für alle. Der Neuankömmling war aber „nur“ der Karl Gottmann. Ab diesem Tag hatte er seinen Spitznamen: Battertschreck

Später fand der Karl Gottmann eine neue Route an der Badener Wand. Sie bekam den Namen Schreckkante.