Bad Herrenalb

Bewertung
Absicherung
Gruppentauglich
Ausrichtung
S, O, N
Erreichbarkeit
Sehr gut mit der S-Bahn
Routen
Grad III IV V VI VII VIII IX
Anzahl 0 3 6 15 10 5 2

Charakter

Es gibt zwei Felsgruppen in Bad Herrenalb. Die Untere Gruppe gehört zum Ortsteil Kullenmühle. Die Obere Gruppe, der Falkenstein, liegt auf einer Anhöhe zwischen Kullenmühle und Herrenalb. (Siehe Übersichtskarte.) Das Gestein ist ein Porphyrkonglomerat, herrlich rauh, aber bisweilen brüchig. Klettern ist an den Felsen fast das ganze Jahr über möglich. Lediglich im Winter ist es meist zu feucht.

 

 

Anfahrt

Mit der Bahn:

Bahn: S-Bahn S1 (AVG) Richtung Bad Herrenalb
Haltestelle: Bad Herrenalb Kullenmühle

Fährt tagsüber zweimal je Stunde: Hochstetten–Neureut–Karlsruhe Marktplatz–Ettlingen–Bad Herrenalb:  Fahrpläne KVV

Untere Gruppe

Die Felsen sind schon von der Haltestelle sichtbar: Einfach über die Straße und dem Feldweg nach links zu den Felsen folgen.

Obere Gruppe

Von der Haltestelle aus nach Kullenmühle, dem Klötzweg und dann dem Schaiblesweg und schließlich den Schildern „Falkenstein“ folgen.

Mit dem Auto:

Von Ettlingen kommend dem Albtal bis Bad Herrenalb folgen. Gleich am ersten Kreisel nach dem Ortsschild rechts. Noch vor den Bahnschienen befindet sich auf der rechten Seite ein kostenloser Parkplatz.

Die Untere Gruppe ist von dort aus zu sehen und wie von der Haltestelle der Albtalbahn zu erreichen. Zugang zur Oberen Gruppe ebenso wie oben beschrieben.

Weitere Einzelheiten auf der Übersichtskarte

 

Klettern

Die Ortsangaben sind auch auf den Übersichtskarten der unteren Gruppe und der oberen Gruppe zu finden.

Untere Gruppe

Häufig gut besucht, da leicht zu erreichen. Die Bohrhaken wurden im Frühjahr 2001 erneuert. Es gibt dort 24 Routen und die drei im Schwierigkeitsgrad IV.

Eine Auswahl

Be-Scho-Sa: Stegherriß (VI), Alter Weg (V)
Maikante: Verschneidung (IV), Trittschlingenwandl (VI-)
Campanile: Normalweg (IV), Ostwand (VII+), Sonnenwandl (VII-)

Obere Gruppe

In den Karten ist als Name Falkenstein angegeben. Auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtspunkt. Im Gegensatz zur unteren Gruppe ist das Klettern hier bedeutend anspruchsvoller. Zwar stecken in allen Routen Bohrhaken, Klemmkeile oder Friends können aber manche Stelle entschärfen.

Beim Zugang zu den Routen am Falkenturm, der Rambowandl und der Klosterwand den in der Karte eingezeichneten Pfad zu den Einstiegen vom unteren Weg aus benutzen.


Sommerweg (VI), Parallelriß (V+), Vollendete (VIII) Wurzelrinne (VI), FI-Weg (VII-), Klosterwand (IX), Zölibat (IX)

Kletterregelung

Untere Gruppe: Nur an Be-Scho-Sa, Maikante sowie Campanile und dem Massiv dahinter darf geklettert werden.

Grüner Turm (Mittlere Gruppe): Ausstiegsverbot. Zugang nur von der Talseite. Derzeit gibt es aber keine Umlenkhaken.

Obere Gruppe: Die Felsen sind vom 1. Januar bis 30.Juni gesperrt.

Ab dem 1. Juli ist das Klettern im Bereich der Routen ab Parallelriß bis Holzkeilriß, an denen der Klosterwand, der Nasenkante, des Rambowandl, Falkenturm und am Vagabundenweg erlaubt.
Die Sperrungszeit wird dem Verlauf der Bruten angepaßt. Frühestens ab dem 15. Mai kann die Obere Gruppe zum Klettern freigegeben werden.

Ausstiegsverbot, jedoch nicht für die Routen Klosterwand und Delagokamin. Bei den Routen Nasenkante und Holzkeilriß im Nahbereich der Aussichtsplattform dürfen die Felsköpfe zum Abseilen betreten werden.

Im ganzen Gebiet sind Neutouren nur nach Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde möglich. Abstimmung mit dem Arbeitskreis Nordschwarzwald notwendig.

Wie unsere Vorgänger drauf waren

Die meisten Felsen in Herrenalb wurden nach 1945 für das Klettern erschlossen. Gerade für die Karlsruher war das Gebiet wegen seiner leichten Erreichbarkeit wichtig. Und häufig verbrachte man den Samstagabend (einen arbeitsfreien Sonntag gab es damals noch nicht) bereits in Herrenalb, um dann am Sonntag viel Zeit für das Klettern zu haben.

Rudolf Krah (er hat die Skizzen im ersten Führer für das Gebiet gezeichnet) erzählt.

Da habe ich am Samstagabend in der „Schönen Aussicht“ (das Hotel, das neben dem Grünen Turm lag, gibt es heute nicht mehr) mit dem Karl Gottmann (der den ersten Führer des Gebiets verfaßte) einige Biere getrunken. Bevor wir schlafen gingen, wollten wir doch noch etwas klettern und stiegen in den Alten Weg an der Be-Scho-Sa ein. Der Karl ging voraus. Als ich am Gipfel ankam, fragte er mich: „Wo hast Du die Karabiner?“ „Welche Karabiner?“

Da hatte doch der Karl die Karabiner in die Haken eingehängt, aber nicht das Seil in die Karabiner. Mir, als Nachsteiger ist es gar nicht aufgefallen, dass der Karl keine der Zwischensicherungen genutzt hat.